Kreativität, Tanz und gute Laune

7. März 2016

Kreativität, Tanz und gute Laune

Schlechtes Wetter – was ist das? Diesem Motto folgend beendeten Teilnehmende der Tagung „VIELBEWEGT: mit Demenz aktiv und sportlich mittendrin!“ am Freitag, den 4. März auf der Konstablerwache in der Frankfurter Innenstadt zwei mit Information und Austausch angefüllte Tage mit einer Energie und gute Laute versprühenden Musik- und Tanz-Aktion. Dem auf Passanten überspringenden Elan der Teilnehmenden konnte der zeitweise strömende Regen nichts anhaben. Auch Stadträtin Elke Sautner, die die Anwesenden im Namen der Stadt willkommen geheißen hatte, reihte sich anschließend in die Tanzaktion ein.

Bewegung und Sport halten eine breite Vielfalt an Chancen dafür bereit, ein gutes Miteinander von Menschen mit und ohne kognitive Beeinträchtigungen bzw. Demenz auf den Weg zu bringen und zu verwirklichen. Dies ist eine der zentralen Botschaften aus dem Entwicklungsprojekt „Was geht! Sport, Bewegung und Demenz“, das auf der Tagung VIELBEWEGT die in den drei Jahren seiner Laufzeit gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse vorstellte. Neben dem u.a. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Robert Bosch Stiftung geförderten Projekt waren eine ganze Reihe weiterer Sport- und Bewegungsinitiativen und -projekte bei VIELSTIMMIG vertreten, die Menschen mit Demenz ins Zentrum der Aufmerksamkeit stellen und den Akzent auf die Schaffung von Teilhabechancen setzen. In den Workshops, Plenumsveranstaltungen und bei zahlreichen Gesprächsgelegenheiten dazwischen, am Rande und am Abend kamen auch diejenigen zu Wort, die mit dem Handicap demenzieller Veränderungen leben.

Die mit der Tagung verfolgten Ziele konnten erfolgreich umgesetzt werden: VIELBEWEGT brachte Aktive und Entscheider aus der Welt des Sports und der Bewegung mit solchen aus dem Sozialbereich und der sogenannten „Altenhilfe“ zusammen. Erfahrungen aus den anwesenden Projekten zeigen: gute Voraussetzungen für Sport- und Bewegungsangebote, die Menschen mit Demenz berücksichtigen und einbeziehen, sind insbesondere dann gegeben, wenn Verantwortliche aus beiden Bereichen vor Ort ihr Know-how und ihre Kompetenzen zusammenbringen. Ein solches Miteinander setzt jedoch die Bereitschaft voraus, sich auf den jeweils anderen Bereich einzulassen und sich auf einen Prozess des miteinander und voneinander Lernens einzulassen. Auf der Tagung waren sich die vertretenen Projekte darüber einig, dass man in dieser Hinsicht positive Erfahrungen gemacht hat. Hieran gelte es anzuknüpfen und zur Nachahmung anzuregen.

Impulse setzen und neue Initiativen anstiften lautete ein weiteres Ziel der Veranstalter. Umgesetzt wurde dies u.a. durch Präsentation und Austausch bei einem „Projektparcours“ wie auch durch das gemeinsame Arbeiten in den Workshops. Anstiftung zur Nachahmung war auch das Motiv für den im Rahmen der Abendveranstaltung vergebenen „Gute Praxis Preis“. Der im vergangenen Jahr bundesweit ausgeschriebene Preis wurde gleichrangig an drei Angebote vergeben; ein viertes wurde mit einer gesonderten Würdigung bedacht. Als Preisträger erkoren wurden zwei in den Reihen des bürgerschaftlichen Engagements entwickelte Initiativen aus Nordrhein-Westfalen (Gemeinde Enger) und Bayern (Gemeinde Haßfurt) sowie zwei jeweils auf Landesebene von Partnern aus den Bereichen Sport/Soziales lancierte, aber jeweils konkret von Akteuren vor Ort umgesetzte Initiativen. Bei den beiden letzteren handelt es sich um die vom Landessportbund Hessen und der Diakonie Hessen angestoßenen moment-Gruppen (motorisches und mentales Training) und die vom Kompetenz-Zentrum des Landes Schleswig-Holstein, dem dortigen Forum Pflegegesellschaft sowie dem Sportverband des Landes auf den Weg gebrachte Initiative „Alter in Bewegung“.

VIELBEWEGT wurde durch Projektträger Demenz Support Stuttgart gGmbH in Kooperation mit dem Verein "Leben mit Demenz" - Alzheimergesellschaft Kreis Minden-Lübbecke organisiert und ausgerichtet.

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